Gang durch den Ort


Tourismus ist eine Maschine, im Naturschutzgebiet gibt es ein Fischerdörfchen, da ist die Hölle los: täglich tausende Touristen, die gefüttert und unterhalten werden wollen, mit kleinen Motorbooten an die Strände gebracht, wo es Erfrischungen und Akoholisches gibt, und stampfenden Salsa Reggaeton aus unzähligen Lautsprechern. Gang durch den Ort. Am Rande, neben der Müllkippe und der Kläranlage ist der Friedhof. Was stinkt hier eigentlich so? Gang durch den Ort. Versteckte Zufahrten zu den Verlierern der Region, den Bauern. Fischerdorf, das bedeutet Zimmervermittlung und Pizza und schnelles Geld mit unverschämten Preisen. In den Tälern dahinter wird wie schon immer Gemüse angebaut, Ziegen und Gänse laufen herum, eine winzige Hütte am Hang, ein Schutzwall von Marienbildern an den Aussenwänden, der einzige Bewohner versteckt sich. Er greift nach etwas, das im Hüttendach klemmt, eine Knarre? „Hallo, ich schüttele ihm die Hand. Mit der anderen Hand benutzte er verlegen seinen Kamm, um etwas Ordnung in die paar fettigen Haare zu bekommen. Seine Augen sind von tiefer Einsamkeit und sehr freundlich. Ich zeige auf das Dorf im Tal: Bum bum bum la Musica…“ und halte mir die Ohren zu. „Tranquila!“ Er lächelt und zeigt mir den Weg in die Stille. Gang durch den Ort. Ein dünner Feldweg am Ortseingang. Ich folge einer Frau, die Einkäufe auf ihrem Kopf trägt. Ich frage sie nach dem Weg. „Nein, zurück musst du.“ Ich beharre auf meine Frage, da kommt ein Auto vorbei „Ola“ ruft mir der Mann darin zu. „Da gehts lang, zeigt mir die Frau nun den Weg. Ich komme in ein kleines Dorf, das nur aus ein paar Hütten an einem Bach besteht. In einer Hängematte hält ein Mann ein Nickerchen. Und wieder das gleiche Spiel: „Du musst zurück.“ „Aber ich suche einen Weg in die Berge, ich mache mit der Hand eine Schlangen-Bewegung die nach oben führt…“ Der Mann zeigt mir den Weg: „Da musst du weiter.“ Der Weg windet sich den Berg hinauf, durch dichten Wald, bis zum Oberlauf des Baches, Rohre und eine kleine Staustufe, hier ist anscheints die Wasserversorgung des Ortes. Dies ist also die einzige Wandermöglichkeit im Naturschutzgebiet, wozu sonst sollte man in die Berge steigen?